Online-Lernen gewinnt nicht erst seit der Corona-Krise zunehmend an Bedeutung. Schon seit einigen Jahren setzen Hochschulen wie die Uni Kassel, die TU Dortmund oder das Land Rheinland-Pfalz (RLP) auf die Lern-App Moodle und konnten damit sehr gute Erfahrungen machen. In Zeiten des Lockdowns und der geschlossenen Lerneinrichtungen gewinnt die App auch an Schulen zunehmend an Bedeutung. In immer mehr Klassen kommt Moodle zum Einsatz, um ein Lernen außerhalb des Klassenzimmers zu ermöglichen. Doch wie konkret funktioniert die App eigentlich?

Mobiles Lernen an Hochschulen und Schulen

Per Definition lässt sich Moodle als ein Online-Lernmanagementsystem beschreiben. Das Wort selbst ist eine Abkürzung für Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment, was sich wiederum mit modulare objektorientierte dynamische Lernumgebung übersetzen lässt. Erschaffen wurde die App von dem Australier Martin Dougiamas, wobei die erste richtige Version schon im Jahr 2002 veröffentlicht wurde. Seitdem haben Dougiamas und sein Team Moodle ständig weiterentwickelt. Dabei half auch, dass die Entwicklung unter der GNU General Public License stattfindet. Dies bedeutet, dass die Nutzung der App grundsätzlich kostenlos ist und auch der Code eingesehen werden kann. Auf diese Weise kann eine Community auf der ganzen Welt dabei helfen, das Programm weiterzuentwickeln und zu verbessern.

In Deutschland fasste Moodle zuerst an Hochschulen wie der Uni Kassel, der TU Dortmund und in RLP Fuß. Mittlerweile setzen aber auch viele andere Universitäten und Fachhochschulen auf die Vorteile der App. Moodle erlaubt es Nutzern Kurse zu erstellen, auf die dann Teilnehmer und Kursleiter zugreifen können. Die Teilnehmer und Kursleiter agieren dabei in abgeschlossenen Räumen, sodass häufig von digitalen Klassenzimmern gesprochen wird. Der große Vorteil ist dabei, dass das Lernen ort- und zeitunabhängig erfolgen kann, trotzdem aber nicht auf Kommunikation und Zusammenarbeit verzichtet werden muss. Mit der Hilfe von Chats, Messengers, Foren und Wikis ist ein Austausch der Teilnehmer jederzeit möglich und auch gewünscht. Mittlerweile können Videokonferenzen abgehalten werden, in Verbindung mit Zusatzanbietern wie BigBlueButton.

Wie funktioniert die Moodle App?

Grundsätzlich handelt es sich bei Moodle um eine Software, die mit entsprechendem Fachwissen selbst individuell eingerichtet werden kann. Oft ist dies aber mit viel Aufwand verbunden, sodass in der Schule meist auf einen Provider zurückgegriffen wird. Dieser bietet neben der Moodle Lernplattform als Online-Zugang typischerweise zusätzlich eine Moodle App an, die sowohl auf Laptops und PCs als auch auf mobilen Endgeräten verfügbar ist.

Nach der Installation der App muss im ersten Schritt zunächst ein Kurs aufgesetzt werden. Der verantwortliche Lehrer muss sich dafür registrieren und kann danach schon einmal Kursinhalte hochladen, aber auch Meilensteine und Termine festlegen, Lernpläne erstellen und weitere Informationen bereitstellen. Danach werden die Kursteilnehmer, also an einer Schule beispielsweise die Schüler, in den Kurs eingeschrieben. Das Einschreiben kann der Kursleiter selbst per Hand übernehmen, es gibt aber auch die Option eine Selbsteinschreibung zu aktivieren oder einen Einschreibeschlüssel zu verschicken, sodass nur ausgewählte Personen Zugriff auf die Einschreibung erhalten. Sobald eine Person eingeschrieben ist, kann sie sich mit einem Login-Namen und einem Passwort über die App in den Kurs einloggen.

Anschließend kann der Kurs offiziell beginnen. Die Teilnehmer erhalten über die App die Lerninhalte aber auch zusätzlichen Lernstoff. Sie können gemeinsam Aufgaben bearbeiten, sich über Themen austauschen und sich gegenseitig Feedback geben. Die Nutzer müssen dabei auch nicht notwendigerweise immer online sein. Die bereitgestellten Inhalte lassen sich auch für eine Offline-Nutzung herunterladen. Die Kursleiter können wiederum den Lernfortschritt im Auge behalten und sind so immer über den jeweiligen Stand informiert. Auch Tests und Leistungskontrollen sind über Moodle möglich.

Die Vorteile von Moodle im Überblick

Die Nutzung von Moodle bietet eine ganze Reihe von Vorteilen für Schüler und Lehrer, weshalb immer mehr Schulen der App eine Chance geben. Unter anderen punktet das Online-Lern-Tool durch folgende Vorteile:

  • Flexibles Lernen
  • Einbettung von Multimedia-Inhalten in den Lehrplan
  • Förderung von Medienkompetenz
  • Eigenverantwortliches Lernen
  • Förderung von Kommunikation und Kooperation
  • Entwicklung von sozialen Kompetenzen durch Meinungsbildung und Gedankenaustausch
  • Wiederverwendbarkeit von Unterrichtsmaterialien
  • gute Überprüfungsmöglichkeiten des Lernfortschritts
  • individuelle Anpassungsmöglichkeiten
  • bessere Förderung durch Anpassung der Inhalte

Welche Kosten fallen für das Moodle Lern-Tool an?

Aufgrund der GNU General Public License ist Moodle grundsätzlich kostenlos. Die Software steht frei zum Download zur Verfügung und kann auch selbst angepasst werden, sodass eine ganz individuelle Nutzung möglich ist. Neben dem schon erwähnten hohen Fachwissen wird zudem ein Server vorausgesetzt, wenn man Moodle selbst betreiben möchte. Da dies mit sehr viel Aufwand verbunden ist, setzen viele Hochschulen und Schulen auf die Moodle Mobile App von Moodle Pty Ltd..

Der Download und die Nutzung der App sind ebenfalls kostenlos. Allerdings ist die kostenfreie Version leistungstechnisch etwas eingeschränkt. So werden nur 50 aktive Geräte für Push-Benachrichtungen zugelassen und pro Gerät und Standort ist der Zugriff auf zwei Offline-Kurse beschränkt. Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass keine Multimedia-Push-Benachrichtigungen verschickt werden können.

Alternativ zur kostenfreien Version bietet die Moodle App zwei Bezahlmodelle. Das günstigere Pro-Angebot kostet 199 Euro im Jahr. Mit diesem Modell steigt die Zahl der maximal aktiven Geräte auf 500 und pro Gerät und Standort kann auf vier Offline-Kurse zugegriffen werden. Komplett unbegrenzten Zugriff erhalten Nutzer über das Angebot Premium. Hier liegt der Preis bei 499 Euro pro Jahr. Neben keinen Einschränkungen in Hinblick auf die Anzahl der Nutzer profitieren Kunden mit diesem Modell auch von unbegrenzt benutzerdefinierten App-Funktionen.

Wie sicher ist die Nutzung von Moodle?

Ein Frage, die sich bei vielen Apps häufig stellt, ist da nach der Sicherheit. Die Tatsache, dass Hochschulen wie die Uni Kassel, die TU Dortmund oder das Land Rheinland-Pfalz (RLP) Moodle seit längerer Zeit erfolgreich nutzen, ist ein Zeichen dafür, dass Moodle ohne Bedenken eingesetzt werden kann. Die Macher updaten die Software regelmäßig mit neuen Sicherheitsupdates, sodass ein Zugriff Unberechtigter relativ unwahrscheinlich ist. Wichtig ist natürlich, dass auch die Nutzer das Thema Sicherheit ernst nehmen und beispielsweise die Software aktualisieren, sobald neue Updates erscheinen. Auch die Wahl guter Passwörter trägt dazu bei, dass die Nutzung der App sicher bleibt.

Als Schule sind Sie an einer Moodle App / E-Learning App interessiert? Sprechen Sie uns an und wir vereinbaren ein kostenloses Beratungsgespräch.

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